Anders. - "seltsam supreme"

Mit charmantem Gitarrenrock, deutschen Texten, einem Lächeln auf den Lippen und einer Träne im Auge überschritt die Wiener Band SELTSAMsupreme in den vergangenen Jahren Grenzen und sonnte sich trotzdem im altrosa verblassenden Licht der Austropop-Songreiterei.

2006 beschließt Sänger Anders. auch Solopfade zu beschreiten und tourt unter anderem mit MONDSCHEINER durch Österreich, spielt ebenso in Köln, Düsseldorf und Paris.

Die exaltierte Show, die einmal nah am Wasser, mal auf einem Kabarett-Brett gebaut wird, garantiert Dank Unterstützung seines Ebenbildes in Handpuppenformat "Little Anders." und eines Plüsch-Meerschweinchens, Erlebnisse voller Energie und Emotionen. Seine ausgefallenen Kostüme runden manchmal die Szenerie optisch ab und wirken an anderer Stelle fantastisch verstörend. Die Sinn- und Unsinn-beladenen Lieder zwischen Herz und Scherz wandeln von Rock und Roll über Liedermacherei bis hin zu balladeskem Gut. Oft verstärkt Krischtl mit ihrem Cello die Gefühle mit Atmosphäre, öfter aber mit schrägen Impulsen. Plötzlich steht Riffschnitzer Hatti auf der Bühne, um mit den Beiden SELTSAM-Evergreens zu performen, dann darf es auch ein bisschen poppiger werden... Mal überrascht Clemo mit der Geign oder Quetschn, Aladin mit seinem flinken Gitarrenspiel. Da Maxis Perkussion, dort Toms Bass und ehe man es sich versehen kann, steht wiederum ein Großteil der bis zu neun-köpfigen SELTSAMsupreme-Liga vor den staunenden Augen des mitgerissenen Publikums.

So lag auf der Hand, dass in Anders. erstes Soloalbum nicht nur die Inspirationen, sondern auch die Instrumente seiner jahrelangen Weggefährten einflossen. Das verpackte das Leben in Töne und presste es auf Silberling. Und siehe da, es klang anders. Irgendwie seltsam supreme...

 

 

 

SELTSAMsupreme - die Stimmen

Den Anfang machte Anders mit witzigen tatsächlich „anderen“ Liedern. Mitgebracht hat er neben einer Handpuppe, die ihm beim Gitarrespielen half, ein Meerschweinchen aus Plüsch, das er ins Publikum warf – in Anlehnung an den Begriff und Namen des Lokals „Flying Pig“.

Wiener Bezirkszeitung Nr.47, 17. November 2010

 

Gitarrenpop ist längst auch eine geschmeidige Waffe jener, die sich eher als Mäuse fühlen als als Löwen. Seltsam spielen diese Rolle mit Inbrunst, kokettieren nie wie die Kollegen der Hamburger Schule mit instrumentalen Beschränktheiten.

Thomas Kramar, Die Presse

 

Anspruchsvoller deutschsprachiger Pop/Rock. Die Texte, witzig bis kritisch, gut durchdachte Arrangements, lassen das gesamte Gefühlsspektrum musikalisch umsetzen, ohne dabei besonders kitschig zu wirken.

Wolfgang Descho, Rockhouse SalzburG

 

Egal welches Thema SELTSAM in ihren gitarrenlastigen Songs berühren, treffen sie stets den Kern der Sache. Das Leben, verpackt in Tönen, manchmal ruhig und fast träumerisch, ein anderes mal so toll, “dass einem vor lauter Rock´n´Roll die Ohrläppchen schlankern“, aber immer mit einem zwinkernden Auge im Hintergrund. Spannend!

Maria Buchinger, Popnews

 

Die Brutalität zwischenmenschlicher Beziehungen, das gefühlsmäßige Zerbrechen daran, wird bei SELTSAM artikuliert. Gleichzeitig liegt in der Schöpfung nihilistischer Einsamkeitsszenarien deren selbstironische Zerstörung.

Markus Grundtner, Der Standard